Proteine von der eigenen Fläche: unbedingt verwerten

Protéines maison pou votre troupeau

Der Proteinanteil von der eigenen Fläche, also die Menge an selbst erzeugtem Protein geteilt durch die Proteinmenge in der Ration. In der Milchviehhaltung lässt sich viel erreichen, wenn die Futtermittelproduktion gut gemanagt wird.

„Wenn nicht der gesamte Prozess vom ersten Schnitt bis zum Futtermittel optimal ausgeführt wird, kann das rund 7 Euro pro Ballen kosten. Sauber und schnell ernten und anschließend luftdicht verpacken, lautet die Devise“, erklärt Sjon de Leeuw, Management- und Strategieberater von PPP Agro Advies.

 

Der Erfolg eines Milchviehhalters steht und fällt mit einer guten Betriebsführung.

 

Sjon De Leeuw :

„Den größten Ausgabenposten in einem landwirtschaftlichen Betrieb stellt die Ration dar. Der Kauf von Mineralstoffen, Kraftfutter und anderen Zutaten macht sich im Portemonnaie deutlich bemerkbar. Eines der Dinge, die ein Milchviehhalter selbst in der Hand hat, ist die Gewinnung von Protein.“

So viel wie möglich von den eignen Flächen

Es sollte unbedingt möglichst viel aus eigenem Anbau bezogen werden, denn dann muss man logischerweise weniger zukaufen. Das gilt sowohl für die Quantität als auch für die Qualität. Es ist allerdings wichtig, dass das Verhältnis von Energie zu den Proteinen in der Ration ausgewogen bleibt. Zu viel Proteine können sich nachteilig auf die Tiere auswirken. Jeder Betrieb strebt daher nach Ballen oder Silage mit optimalem Proteingehalt.

 

Einflussfaktoren auf Proteine

 

„In der Praxis beobachte ich regelmäßig, dass der Eigenanteil an Proteinen in den Betrieben stark variieren kann. Der eine Landwirt bezieht weniger als 50 % und der andere Landwirt mehr als 65 % der Proteine von eigenen Flächen, obwohl die Zahl der Kühe und der Anteil an Grünland gleich sind. Das bedeutet, dass der Viehhalter, der mehr Protein von seinem eigenen Land bezieht, die Futtergewinnung und Fütterung besser verwaltet“, erklärt De Leeuw. 

 

Nach Einschätzung des Beraters ist dies möglicherweise auf die Ernteweise, den Erntezeitpunkt und die Art der Konservierung zurückzuführen. Eine möglichst schnelle Ernte und eine möglichst luftdichte Verpackung sind für die Konservierung unerlässlich.

 

Sjon De Leeuw :

„Denken Sie auch daran, dass der optimale Trockenmassegehalt rund 40 Prozent beträgt. 50 Prozent oder mehr sind erlaubt, aber das erhöht das Risiko einer Erhitzung. Das Knifflige daran ist, dass die Proteine in trockenerem Gras im Allgemeinen pansenbeständiger, d. h. von besserer Qualität, sind. Das kann sich auf das Erhitzungsrisiko auswirken.“

 

Eine der Ursachen für die Erhitzung ist ein erhöhter Trockenmassegehalt in Kombination mit einer unzureichenden Verdichtung des Materials. Eine niedrige Vorschubgeschwindigkeit kann dies weiter verstärken. Je niedriger die Vorschubgeschwindigkeit, desto länger ist der Zeitraum für den Sauerstoffeintrag. Wenn Sauerstoff ungehindert eintreten kann, kommt es unweigerlich zur Erhitzung. Die Fütterung von Ballen führt zu einer höheren Vorschubgeschwindigkeit. Dadurch ist die Erhitzungsgefahr im Ballen deutlich geringer als in der Fahrsiloanlage. 

 

Verschiedene Ballen für eine optimale Ration

Der Proteinanteil von Gras, das im Sommer geerntet wird, ist häufig geringer als bei Gras, das im Herbst zum Ballen gepresst wird. Die Unterschiede haben Auswirkungen auf die Ration und deren Verwertung durch die Kuh. 

 

Sjon De Leeuw :

„Damit Sie einen optimalen Prozentsatz an Proteinen aus dem eigenen Futter herausholen, ist es wichtig, die Ballen aus verschiedenen Ernten zu kennzeichnen und sie analysieren zu lassen, so weiß man, was man hat. Auf diese Weise kann eine Futterration durch Mischen mehrerer Ballen zusammengestellt werden, damit der Proteingehalt gleichbleibt. Herbstgras eignet sich am besten für Milchvieh, vorausgesetzt, es wird und unter Optimalbedingungen geerntet und mit einem Ballen mit entsprechend niedrigem Proteingehalt verfüttert. Proteinarme Ballen allein sind vielseitiger einsetzbar und können auch jederzeit an trächtige oder trockenstehende Kühe verfüttert werden.“

 

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