
Einleitung: Das Gras ist gemäht und der gewünschte Trockensubstanzgehalt ist erreicht. Zeit also, Ballen zu pressen, zu binden und zu wickeln. Wie gehen Sie dabei am besten vor?
1. Vorbereitung
Vor dem Pressen sollte das Gras immer einmal mit einem Heuwender gewendet werden. Wird das versäumt, liegt das Gras in Längsrichtung zum Schneidwerk und wird nicht oder kaum durch die Messer geschnitten. Einer der wichtigsten Aspekte bei der Herstellung eines guten Ballens ist das Schwad. Stellen Sie sicher, dass das Schwad über die gesamte Breite gleich hoch und voll ist. Die Faustregel für die Breite lautet 100 bis 130 cm.
2. Maschine einstellen
Die Einstellung der Presswickelkombination beginnt bei der Pick-up. Sehr wichtig ist, dass die Zinken der Pick-up den Boden nicht berühren. Dadurch könnte Rohasche in den Ballen gelangen. Der Futterverlust durch die Pick-up hingegen sollte so gering wie möglich gehalten werden. Bedingt durch die Breite von 230 cm ist nicht zu vermeiden, dass die Pick-up manchmal etwas zu niedrig steht. Daher sollten Sie sich für den goldenen Mittelweg entscheiden. Die Höheneinstellung der Pickup erfolgt über ein Lochraster an der Seite. Die gewünschte Höhe wird ganz einfach durch Einschieben eines Stifts in eines der Löcher des Rasters eingestellt. Wenn die Pick-up in der gewünschten Höhe steht, folgt die Einstellung der Netzstreckung an der Bindeeinheit. Dies erfolgt über eine Riemenscheibe (V-Riemen) an der Seite hinter dem Binder. Bei Folienbindung wird empfohlen, die Riemenscheibe vollständig nach rechts zuzudrehen. Vor der Netzbindung beträgt die Netzstreckung 55 Prozent, dahinter bei zugedrehter Riemenscheibe nur noch 15 Prozent. Werden Ballen in Netz gebunden, sollte die Riemenscheibe nicht ganz zugedreht werden. Je nach Netzqualität ist eine Netzspannung von 5-7 % optimal. Wenn alles nach Wunsch eingestellt ist, muss noch die Anzahl Messer gewählt werden (14, 23 oder 33). Im Falle der Presswickelkombination richtet sich dies nach der Maschinenausführung. Wie diese Entscheidung ausfällt, ist von der gewünschten Schnittlänge abhängig.
3. Terminal einstellen
Am Terminal in der Kabine wird der Pressdruck eingestellt. Ein hoher Pressdruck sorgt für einen soliden Ballen mit fester Außenlage. Dadurch sind die Ballen einfach zu handhaben und zu stapeln. Damit der Ballen nicht auseinanderfällt, wird empfohlen, mindestens drei Lagen Bindefolie einzustellen. Sowohl beim Binden mit Folie als auch bei Verwendung von Netzbindung kommt es darauf an, diese so breit wie möglich bis kurz über die Ecken hinweg zu legen. Das sorgt für Festigkeit und verringert das Risiko von Beschädigungen.
4. Pressen
Die Höhe der Pickup ist eingestellt, die Foliendehnung ist korrekt, der Pressdruck ist wunschgemäß und die gewünschte Anzahl Folienlagen wurde eingegeben. Zeit also, die Ballen zu pressen. Damit der Ballen so solide wie möglich und seine Form optimal wird, sollten Sie einFahrmuster anwenden, bei dem Sie abwechselnd links und rechts vom Schwad fahren. So werden die Seiten des Ballens gut gefüllt. Wenn die Option Links-Rechts-Anzeige an der Maschine vorhanden ist, sollte diese in der letzten Phase des Pressens verwendet werden, um ein noch besseres Ergebnis zu erzielen. Eine konstante Arbeitsgeschwindigkeit ist zwar gut für einen straffen Ballen, zu hoch darf die Geschwindigkeit aber nicht sein. Die Ballenpresse muss genug Zeit haben, um die Ballen zu verdichten. Die Maschine mit hohem Tempo „vollzustopfen", bringt nicht den gewünschten Effekt. Werden die Ballen gewickelt, sollte 3D-Wickeln bevorzugt werden. Mit diesem System wird erst die zylindrische Oberfläche des Ballens gewickelt und dadurch mehr Sauerstoff aus der Silage gepresst. Das kommt der Bewahrung der Form und dem Schutz der Ecken zugute.
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