Konservierende Bodenbearbeitung in der ökologischen Landwirtschaft

Male farmer checking soil quality after minimum tillage practices in an organic field

Ohne Pflug ist die Unkrautregulierung im ökologischen Landbau eine echte landwirtschaftliche Herausforderung. Durch den Einsatz minimaler Bodenbearbeitungsverfahren ist es jedoch möglich, die Struktur und das mikrobielle Leben der Ackerböden zu erhalten. 

Unter dem Begriff der Minimalbodenbearbeitung werden verschiedene ackerbauliche Verfahren zusammengefasst, deren gemeinsamer Nenner die flache bzw. reduzierte Bodenbearbeitung ist, d.h. der Verzicht auf den Pflug. Dieses Verfahren verringert die Bodenerosion und die Verschlämmungsgefahr und vermischt die Bodenhorizonte nicht, so dass der Stickstoff im Boden verbleibt. Außerdem werden Arbeitszeit und Maschinenkosten reduziert.

Die Entscheidung für die Minimalbodenbearbeitung im biologischen Landbau: Eine echte Herausforderung

Dies bedeutet den Verzicht auf den Pflug. Die tiefe Bodenbearbeitung spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Unkrautbekämpfung, wenn der Einsatz von Herbiziden nicht möglich ist.

Warum soll im Biolandbau auf den Pflug verzichtet werden? Wie im konventionellen Landbau kann durch den Verzicht auf den Pflug das Bodenleben gefördert, die Arbeitszeit und die Maschinenkosten für das Pflügen reduziert und die Kohlenstoffspeicherung im Boden verbessert werden.

Da die Bodenstruktur nicht mehr gestört wird, kommt es zu weniger Bodenerosion und Verschlämmung, und der Stickstoff ist für die Pflanzen besser verfügbar. Das mikrobielle Leben, das durch die Zufuhr von organischem Material genährt wird, und die Wurzelbildung tragen zur Verbesserung der Bodenstruktur bei.

a pair of hands holding rich, dark soil with purple earthworms in an outdoor setting

Reduzierte Bodenbearbeitung für das ökologische Unkrautmanagement

Voraussetzung für eine erfolgreiche pfluglose Bewirtschaftung ist eine gute Bodenstruktur und ein geringer Unkrautdruck. 

Die Aussaat muss unter optimalen Bedingungen erfolgen, um einen guten Feldaufgang zu gewährleisten.

Wenn eine stark verunkrautete Ackerfläche nicht mehr gepflügt werden soll, müssen alle Register gezogen werden. 

Ein wichtiger Faktor bei der Unkrautbekämpfung im Ackerbau ist die dauerhafte Bodenbedeckung durch Zwischenfrüchte.

Sie sollten Bestandteile langer Fruchtfolgen mit Wechsel der Kulturen und Aussaattermine zur Unterbrechung der Unkrautzyklen sein. 

minimum tillage cultivation fields

Die mechanische Unkrautbekämpfung befreit die Fläche nach der Aussaat von auflaufenden Unkräutern. Sie kann jedoch auf Flächen mit vielen Ernterückständen an Wirksamkeit verlieren. 

Aus ökonomischer Sicht gehen die Vorteile der Minimalbodenbearbeitung in Bezug auf Arbeitszeit und Anbaukosten verloren, wenn zu viele Arbeitsgänge der mechanischen Unkrautbekämpfung erforderlich sind, um die Verunkrautung einzudämmen. 

 

Auf Ackerfutter setzen

Mehr noch als in der konventionellen Landwirtschaft besteht die Herausforderung darin, die Unkräuter unter Kontrolle zu halten. In einem System mit Mischkulturen und Viehhaltung spielt das Ackerfutter eine wichtige Rolle für die Unkrautkontrolle in der Fruchtfolge. Nach drei bis fünf Jahren Schnittnutzung zur Futtergewinnung hat eine Fläche ein gutes Potenzial für die nächste Folgekultur, wobei der Unkrautdruck durch Mahd und/oder Beweidung reduziert wird. Ohne Ackerfutteranbau in der Fruchtfolge kann es anspruchsvoller werden. In diesem Fall muss besonders auf die Fruchtfolge geachtet werden, auch wenn alle 6 oder 7 Jahre ein Jahr ohne Ernte mit Mulchbedeckung eingelegt wird, damit sich die Fläche erholen kann.
 

minimum tillage advantages grassland with cows managing weed control

Im Rahmen des Programms "Reine Mathilde en Normandie", einem Multipartnerprogramm zur Identifizierung und Beseitigung von Hemmnissen für die Entwicklung des ökologischen Landbaus, wurden im Departement Calvados Versuche mit 7- und 8-jährigen Fruchtfolgen mit 3-jährigem Ackerfutterbau durchgeführt.

Der Verzicht auf den Pflug führte zu einer besseren strukturellen Stabilität und einer höheren mikrobiellen Biomasse im Boden, aber auch zu einer höheren Unkrautdichte und einer größeren Anfälligkeit gegenüber Witterungseinflüssen. 

Der Vergleich von ökologisch bewirtschafteten Flächen mit und ohne Pflug sowohl in der Tierhaltung als auch im Marktfruchtbau hat gezeigt, dass es dauert, bis sich positive Effekte auf die Deckungsbeiträge einstellen. Nach einigen Jahren, wenn das Unkraut reguliert und die Bodenstruktur sowie das mikrobielle Leben verbessert sind, werden ähnliche Erträge und Deckungsbeiträge erzielt.