Einstieg in die Verfahren der Minimalbodenbearbeitung

Die bodenschonenden Verfahren der Minimalbodenbearbeitung haben gemeinsam, dass sie ohne Pflug auskommen und eine weitgehend intakte Bodenoberfläche hinterlassen.

Definition der Minimalbodenbearbeitung 

 

Unter dem Begriff der Minimalbodenbearbeitung wird eine Vielzahl landwirtschaftlicher Praktiken zusammengefasst, deren gemeinsamer Nenner der Verzicht auf den Pflug ist. Die Minimalbodenbearbeitung ist ein erster Schritt in Richtung konservierende Bodenbearbeitung, deren drei Säulen die nicht-wendende Bodenbearbeitung, die Dauerbegrünung und die Diversifizierung der Fruchtfolge sind.

Wenn der Boden nicht gepflügt wird, wird er vor der Aussaat nur flach in einer Tiefe von 5 bis 10 cm bearbeitet. Die Bodenbearbeitung kann unterschiedlich intensiv sein, auf der gesamten Ackerfläche oder nur in der Saatrille (Strip Till) erfolgen oder bei Direktsaat ganz unterbleiben. 

OPTIMER L at work
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Die ESPRO ist eine effiziente Drillmaschine, die sowohl nach dem Pflug als auch bei der Stoppelbearbeitung oder im Zwischenfruchtanbau eingesetzt werden kann.
Zwei Scheibenreihen an der Vorderseite der Maschine zerkleinern die Pflanzendecke und erzeugen eine Mulchschicht an der Oberfläche. Die Scheiben zerkleinern die Pflanzen, wobei die organische Substanz an der Oberfläche erhalten bleibt. Die ESPRO-Sämaschine ermöglicht eine mechanische Zerstörung der Pflanzendecke und eine qualitativ hochwertige Aussaat in einem Arbeitsgang.

Work lights on the ESPRO seed drill

"Das Interessante an diesem Gerät ist, dass man schnell und gut arbeiten kann", meint Michael Didot, Landwirt im Departement Meuse. "Die Sämaschine ermöglicht eine hohe Flächenleistung bei geringem Kraftstoffverbrauch. Sobald man das Feld verlässt, sieht man die Qualität der Bodenbearbeitung. Die Qualität des Feldaufgangs ist beeindruckend."

Minimale Bodenbearbeitung wird in Frankreich seit den 1980er Jahren praktiziert.

Die Pioniere dieses neuen ackerbaulichen Verfahrens ließen sich von der pfluglosen Bodenbearbeitung der Bauern in Südamerika inspirieren. Alarmiert durch die starke Erosion ihrer Böden, hörten sie auf zu pflügen und stabilisierten so die oberste Bodenschicht und stellten die Fruchtbarkeit des Bodens wieder her.

In Europa fand diese neue Methode zunächst aus wirtschaftlichen Gründen Anklang. Bei sinkenden Getreidepreisen und steigenden Betriebsmittelpreisen liegt es nahe, die Betriebskosten zu reduzieren.

Das Pflügen ist eine zeit- und kraftstoffintensive Bodenbearbeitung. Sie macht einen großen Teil der Produktionskosten aus. Die Stoppelbearbeitung ist kostengünstiger als das Pflügen. Der Verschleiß der Arbeitswerkzeuge ist beim Grubber geringer. Da auch die Flächenleistung höher ist, sind die Kosten für den Einsatz eines Grubbers geringer. Die Minimalbodenbearbeitung hat somit den Vorteil der Wirtschaftlichkeit bei den Betriebskosten.

"Bei der Minimalbodenbearbeitung geht es darum, Zeit zu sparen, die Erosion so gering wie möglich zu halten und das Bodenleben zu schützen", erklärt Michael Didot, Landwirt im Departement Meuse.

Wirtschaftliche Vorteile und agronomische Interessen

Der Verzicht auf den Pflug ist auch eine Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit organischer Substanz und der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Der Verzicht auf den Pflug ist aus agronomischer Sicht von großem Interesse, da er ein Überdenken nicht nur der Anbaumethoden, sondern auch der Fruchtfolgen und der Wahl der Zwischenbegrünung erfordert.

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Der erste Vorteil ist die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Da die oberen Bodenhorizonte nicht mehr gewendet werden, konzentriert sich die organische Substanz in den obersten Zentimetern des Bodens. Diese Stabilität führt auch zu einer Belebung des biologischen Bodenlebens. Regenwürmer und Mikroorganismen besiedeln den Boden neu und tragen zur Verbesserung der Bodenstruktur bei.

Bei der Minimalbodenbearbeitung wird die Wurzelentwicklung nicht mehr durch die Pflugsohle behindert, was zu einer besseren Struktur und Durchwurzelung führt. Der Pflugverzicht in Kombination mit einer Zwischenbegrünung vermindert Erosion und Auswaschung im Winter. Die Überlegungen zum Verzicht auf den Pflug gehen einher mit einer Überprüfung der Anbaupraktiken, einer Verlängerung der Fruchtfolgen und einer besseren Nutzung der Zwischenbegrünung, um aus einer methodischen Einschränkung einen ackerbaulichen Vorteil zu machen (Bedeckung mit Leguminosen für eine bessere Stickstofffixierung, Unterbrechung der Entwicklungszyklen bestimmter Krankheiten und Schädlinge usw.).

Weitere Informationen: 

Laut Agreste 2020 wurden im Jahr 2017 47% der Ackerpflanzen pfluglos gesät und 6% der Flächen durch Direktsaat, also ohne jegliche Bodenbearbeitung, bestellt.

Wachsam bleiben

Obwohl die Minimalbodenbearbeitung unbestreitbare agronomische Vorteile bietet, bleibt sie eine Technik, die in vielerlei Hinsicht je nach Feld und Jahresbedingungen angepasst werden muss. Ohne Pflug kann die Unkrautbekämpfung schnell schwierig werden. Um die Unkrautbekämpfung nicht zu überfordern, ist eine Kombination aus mechanischen und phytosanitären Maßnahmen erforderlich. Wachsamkeit ist auch in Bezug auf Schädlinge geboten. Schnecken z.B. fühlen sich unter diesen Bedingungen wohl, wenn sie in den Ernterückständen Deckung und Unterschlupf finden. Es müssen alle ackerbaulichen Hebel in Bewegung gesetzt werden, um Unkräuter und Schädlinge unter Kontrolle zu halten, sonst drohen Ertragseinbußen oder höhere Betriebskosten.

The PROLANDER cultivator with vibrating tines during seedbed preparation

Worauf Sie achten müssen, um erfolgreich auf die Minimalbodenbearbeitung umzusteigen

Bei der Minimalbodenbearbeitung muss auf dem Feld Maßarbeit geleistet werden. Der Verzicht auf den Pflug kann nicht für alle Bodenarten (verdichtete, schlecht strukturierte Böden), für alle Felder (z.B. bei starker Verunkrautung) und für alle Kulturen (Kartoffeln sind ungeeignet) verallgemeinert werden.

Wer den Pflug im Schuppen stehen lassen will, muss bereit sein, seine Arbeitsgewohnheiten aufzugeben. Er wird vor der Aussaat nicht auf eine wie an der Schnur gezogene Parzelle blicken und er muss akzeptieren, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich die Vorteile dieser Umstellung bemerkbar machen. In der Regel rechnet man mit drei Jahren, in denen Würmer und Wurzeln die Pflugsohle aufbrechen. Aber der Wechsel auf die Bewirtschaftung mittels Minimalbodenbearbeitung ist eine großartige Gelegenheit, die Agronomie wieder in den Mittelpunkt seines Berufs als Landwirt zu stellen.

 

Welches sind die wichtigsten Praktiken der Minimalbodenbearbeitung? 

 

Der Begriff "Minimalbodenbearbeitung" umfasst pfluglose Techniken, bei denen der Boden mehr oder weniger tief bearbeitet wird: 

  • Bei der Bodenlockerung bearbeiten Landwirte den Boden in einer Tiefe von 15 bis 30 cm mit Zinken- oder Scheibengeräten, 
  • Die Untergrundlockerung gewährleistet eine 20 bis 30 cm tiefe Bearbeitung mit einem Untergrundlockerer, einem Zinkengerät, das den Boden aufreißt, ohne die Horizonte zu vermischen, 
  • Bei der flachen Bodenbearbeitung wird der Boden in einer Tiefe von 50 bis 150 mm bearbeitet. Bei dieser landwirtschaftlichen Bodenbearbeitungstechnik werden Grubber mit hoher Flächenleistung eingesetzt, 
  • Strip-Till ist ein reduziertes Verfahren, bei dem sich die Bodenbearbeitung auf die zukünftige Saatreihe beschränkt, ohne die Zwischenreihen zu beeinträchtigen, 
  • Die Direktsaat schließlich zeichnet sich dadurch aus, dass der Boden überhaupt nicht bearbeitet wird. Für diese Anbautechnik ist eine spezielle Sämaschine erforderlich. Sie ist eine der Säulen der konservierenden Landwirtschaft.

 

Die besten Maschinen für die Minimalbodenbearbeitung 

KUHN bietet Beratung und Vorführungen vor Ort, um Ihnen bei der Umstellung auf ein Minimalbodenbearbeitungssystem zu helfen.

Wir bieten angebauten und gezogenen Sämaschinen, darunter:

  • MEGANT: eine angebaute Zinkensämaschine für die Mulchsaat mit Arbeitsbreiten von  6 bis 8 Metern 
  • ESPRO: eine gezogene Universaldrillmaschine mit Arbeitsbreiten von 3 bis 6 Metern  

 

KUHN bietet auch eine Reihe von Bodenbearbeitungsgeräten an, die sich gut für die Minimalbodenbearbeitung eignen:

  • CULTIMER: ein Stoppelzinkengrubber mit 2 (CULTIMER M) oder 3 (CULTIMER L) Zinkenreihen 
  • PROLANDER: ein vielseitiger Stoppel- und Saatbettgrubber mit Arbeitsbreiten von 3,75 bis 14,20 Metern  
  • OPTIMER: eine Kurzscheibenegge mit Arbeitsbreiten von 3 bis 12,50 Metern

Umweltauswirkungen der Minimalbodenbearbeitung

Durch die Erhaltung der Bodenstruktur trägt die Minimalbodenbearbeitung nachhaltig zur Verbesserung des Bodenlebens, zur Erhöhung der Artenvielfalt, zur Verbesserung des Wassermanagements und zur Erhö...

Arten der Minimalbodenbearbeitung

Unter Minimalbodenbearbeitung versteht man eine Reihe landwirtschaftlicher Verfahren, die den Pflanzenbau vereinfachen und optimieren sollen....