Auswirkungen der Minimalbodenbearbeitung im Vergleich zum Pflügen

full range of min-till, plough and other agricultural machines in field

Die Minimalbodenbearbeitung umfasst Techniken von der pfluglosen Bodenbearbeitung bis zur Direktsaat und wird hauptsächlich im Ackerbau und bei Dauerkulturen eingesetzt. Um den größtmöglichen Nutzen für ein landwirtschaftliches System zu erzielen, ist es wichtig, die Grenzen der Anwendung zu kennen.

Minimalbodenbearbeitung oder Pflügen – alles hängt vom Boden und Ihren Zielen ab 

Während die Minimalbodenbearbeitung eine Annäherung an die konservierende Landwirtschaft ermöglicht, ist der Pflug für viele Betriebe immer noch die Lösung schlechthin. Es kommt auf den Boden, das Klima, die Betriebsorganisation und natürlich auf Ihre Ziele an.

 

Vorteile der Minimalbodenbearbeitung für die Bodenstruktur und das Bodenleben

Die Minimalbodenbearbeitung hat gegenüber dem Pflügen den wesentlichen Vorteil, dass die Bodenstruktur nicht zu sehr beeinträchtigt wird, weil die Werkzeuge den Boden bearbeiten, ohne ihn vollständig zu wenden. Dadurch wird das Bodenleben besser geschützt und Bodenflora und -fauna (z.B. Regenwürmer) bleibt erhalten. Pflanzenreste und Ernterückstände, die an der Oberfläche verbleiben, sorgen für mehr organische Substanz. Bei der Direktsaat, der Königsdisziplin der Minimalbodenbearbeitung, bleibt der Boden bedeckt, um Erosion des Bodens und Verschlämmung zu verhindern und die Wasserinfiltration zu fördern. Ein weiterer Vorteil ist die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid, dem wichtigsten Treibhausgas, da der Boden dieses Gas speichert und weniger Überfahrten mit dem Traktor erforderlich sind.

Die Minimalbodenbearbeitung hat sich seit Jahren bewährt mit Erträgen, die durchaus mit denen von gepflügten Böden vergleichbar sind, und einer von den Landwirten geschätzten Zeit- und Energieersparnis.

35 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Frankreich wird mit Minimalbodenbearbeitung bewirtschaftet – Quelle: Agro-league

illustration of 4 minimum tillage techniques
1 sub-soiling, 2 deep cultivation, 3 strip-till, 4 shallow cultivation

Der Pflug leistet gute Dienste

Die Vorteile der Minimalbodenbearbeitung dürfen die Landwirte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die konventionelle Bodenbearbeitung mit dem Pflug gute Dienste leistet. Er sichert die Unkrautregulierung in der Fruchtfolge, insbesondere bei starkem Unkrautdruck durch Grassamen. Im ökologischen Landbau wird in der Regel gepflügt, um den Einsatz von Herbiziden zur Unkrautbekämpfung zu vermeiden. Auf feuchten Böden und in niederschlagsreichen Jahren ist das Pflügen einer Minimalbodenbearbeitung vorzuziehen, da der Pflug bei unterschiedlichen Bodenfeuchtigkeitsgraden eingesetzt werden kann, was bei der Bodenlockerung mit dem Grubber nicht der Fall ist, da hierfür ein krümeliger Boden erforderlich ist. Das Pflügen kann nützlich sein, um die Bodenstruktur auf verdichteten Böden zu verbessern, wobei darauf zu achten ist, dass keine Pflugsohlen entstehen. 

VARI-LEADER plough at work

Dem Pflug wird nachgesagt, die Bodenfruchtbarkeit zu zerstören. Laut Jean-François Vian, Dozent und Forscher an der ISARA in Lyon, muss die Realität differenziert betrachtet werden. Er stellt fest, dass es eher die Bedingungen des Pflügens sind, die sich negativ auswirken, als die Methode selbst. Denn wenn der Boden zum richtigen Zeitpunkt gepflügt wird, d.h. wenn er bis zu einer Tiefe von 20 cm abgetrocknet ist, wird die Bodenfruchtbarkeit nicht beeinträchtigt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bearbeitete Böden eher von Bakterienarten dominiert werden, während eine reduzierte oder unterlassene Bodenbearbeitung die Entwicklung von Pilzsporen begünstigt.

 

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Soll der Boden minimal bearbeitet oder gepflügt werden? Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab, die vom Jahr, vom Standort, aber auch von der Bodenbeschaffenheit und der Betriebsorganisation abhängen können.

Bei der Frühjahrsbestellung werden die Felder in einer Region wie der Bretagne überwiegend gepflügt (80 %) und vor der Aussaat mit der Kreiselegge bearbeitet, um den Boden zu erwärmen und einen schnellen Feldaufgang zu gewährleisten. Dasselbe gilt für Regionen mit lehmigen Böden wie Lothringen, wo die Frostgare nach der Winterfurche wirkt, damit im Frühjahr das Saatbett vorbereitet werden kann. In Regionen wie der Donauebene, wo die Böden sehr leicht sind, haben sich dagegen pfluglose Verfahren stark verbreitet. 

Aus agronomischer Sicht sind neben der Bodenart und den Gewohnheiten der Landwirte auch die Betriebsorganisation, die für die Bodenbearbeitung zur Verfügung stehenden Geräte und die Fruchtfolgen zu berücksichtigen. All diese Parameter führen dazu, dass sich Pflug und Minimalbodenbearbeitung ergänzen. 
 

Mehr über die pfluglose Bodenbearbeitung

  • Die pfluglose Bodenbearbeitung ist ein landwirtschaftliches Verfahren, bei dem der Boden ohne Pflug oder andere wendende Geräte bearbeitet wird.

  • Bei der flachen Bearbeitung wird der Boden durchschnittlich 2 bis 15 cm tief bearbeitet, bei der tiefen Bearbeitung bis zu 30 bis 35 cm. Zu beachten: Die Arbeitstiefe hängt von der verwendeten Maschine ab.

  • Es gibt mehrere Möglichkeiten, die biologische Aktivität des Bodens zu verbessern, insbesondere: 

    • Durch Anbaumethoden, die das mikrobielle Leben fördern, wie Zwischenfruchtanbau, Fruchtwechsel und pfluglose Bodenbearbeitung. 
    • Durch die Zufuhr organischer Substanz in Form von Kompost, Dung oder Ernterückständen 
    • Durch Vermeidung des übermäßigen Einsatzes von chemischen Düngemitteln und Herbiziden, die sich negativ auf das mikrobielle Leben im Boden auswirken können. 
    • Durch eine dauerhafte Bodenbedeckung mithilfe von Zwischenbegrünungen oder einer geeigneten Fruchtfolge. 
    • Durch Vermeidung von Bodenverdichtungen, die infolge der Überfahrt von Landmaschinen auf den Äckern entstehen. So wird das mikrobielle Leben gefördert, das sich positiv auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Pflanzen auswirkt.
  • Zwischenfrüchte werden zwischen zwei Hauptfrüchten ausgesät, um den Boden zu schützen, seine Fruchtbarkeit zu verbessern und das mikrobielle Leben zu fördern. Sie können die Nitratauswaschung verringern, indem sie den nach der Ernte der Hauptfrucht im Boden verbleibenden Stickstoff aufnehmen.

    Zwischenfrüchte und Minimalbodenbearbeitung haben gemeinsam, dass die Arbeitsgänge auf ein Minimum reduziert werden. Da der Nutzen von Zwischenfrüchten begrenzt ist, bedeutet dies eine Verringerung der Kosten für ihren Anbau.

    Der Universal-Vibrationszinkengrubber eignet sich hervorragend zur pfluglosen Bearbeitung des Bodens und wird zur Saatbettbereitung sowie zur flachen Stoppelbearbeitung im zweiten Arbeitsgang eingesetzt. Im Zwischenfruchtanbau wird er besonders zur Unkrautbekämpfung eingesetzt.

  • Es ist mit Unkrautdruck und Schädlingsbefall zu rechnen, die mit geeigneten Methoden bekämpft werden müssen. Das Nachwachsen und die Ausbreitung von Unkräutern muss verhindert werden. Da Ernterückstände nicht in den Boden eingearbeitet werden, müssen sie fein gehäckselt werden, um das Risiko von Krankheiten und Schädlingen zu verringern.

  • Die Stoppelbearbeitung ist weniger arbeitsintensiv als das Pflügen und erhält einen Teil der organischen Substanz an der Bodenoberfläche. Außerdem wird der Boden weniger verdichtet und die biologische Vielfalt des Bodens kaum gestört.