Unter Minimalbodenbearbeitung versteht man eine Reihe landwirtschaftlicher Verfahren, die den Pflanzenbau vereinfachen und optimieren sollen.

Minimalbodenbearbeitung in der Landwirtschaft: Von der Grundbodenbearbeitung bis zur Direktsaat

Der Begriff Minimalbodenbearbeitung umfasst pfluglose Verfahren, die von der Grundbodenbearbeitung bis zur Direktsaat reichen.

Grundbodenbearbeitung: Eine tiefgründige, nicht wendende Bodenbearbeitung

Die Grundbodenbearbeitung ist ein pflugloses und somit nicht wendendes Bearbeitungsverfahren, bei dem der Boden in einer Tiefe von 15 bis 30 cm bearbeitet wird. Der Boden wird nicht mit dem Pflug gewendet und die eingesetzten Werkzeuge, Zinken oder Scheiben, verbessern die Bodenstruktur, ohne den Boden zu mischen, um das Saatbett für die Aussaat vorzubereiten. Die Ernterückstände werden nur teilweise eingearbeitet und die organische Substanz wird über den Bearbeitungshorizont verteilt. Die Biodiversität wird besser geschützt als beim Pflügen und der Landwirt spart Kraftstoff, da leichtere Maschinen mit größeren Arbeitsbreiten eingesetzt werden können.

Bei KUHN werden für dieses Verfahren Maschinen aus der PERFORMER- und CULTIMER-Reihe eingesetzt.

Vorlockerung, den Boden aufbrechen, ohne die Schichten zu durchmischen 

Beim pfluglosen Verfahren mit tiefer Bodenbearbeitung werden Vorlockerer mit einer Arbeitstiefe von 20 bis 30 cm eingesetzt. Das sind Zinkengeräte, die den Boden lockern, ohne die Bodenschichten zu mischen. Durch das Vorlockern wird die Bodenstruktur verbessert, das Bodenleben geschont, der Boden eingeebnet und die Bodenfeuchte gehalten, so dass der Boden besser vor Austrocknung geschützt ist. Ernterückstände und organisches Material bleiben an der Oberfläche und verhindern die Bildung von Verschlämmungen, Bodenerosion und Wasserabfluss. Dies verbessert die Wasserinfiltration und schützt den Boden vor Austrocknung. Eine durchgehende Bodenstruktur ist optimal, da sie den kapillaren Wasser-/Gasaustausch fördert, die Wurzeln schützt und eine bessere Tragfähigkeit gewährleistet.

Representative drawings of the DC soil loosener at work
Working angle of the shares of the KUHN DC soil loosener

Vorlockerer DC

Vorlockerer, der in einer Tiefe von 35 cm arbeitet und mit einer Arbeitsbreite von 3 bis 4 Metern und mit 4 bis 6 Zinken erhältlich ist

Entdecke den Vorlockerer DC

Effektive und schnelle Saatbettbereitung durch flache Bearbeitung 

Der Hauptunterschied zur Grundbodenbearbeitung liegt in der Arbeitstiefe (3 bis 15 cm) und der höheren Flächenleistung der Maschinen mit großen Arbeitsbreiten. Bei diesem Verfahren nicht wendenden Verfahren werden die Ernterückstände eingearbeitet, wobei ein Teil an der Oberfläche verbleibt, um die Erosion zu begrenzen. Bei dieser Bodenbearbeitung werden Geräte wie Scheibeneggen mit intensiver Wirkung und hoher Geschwindigkeit eingesetzt, die sich besonders für die Zerstörung der Vegetationsdecke eignen, sowie Zinkengrubber, die das obere Bodenprofil ganzflächig schneiden und verfeinern. Diese Verfahren eignen sich auch für die Saatbettbereitung. Durch eine 3-15 cm tiefe Stoppelbearbeitung kann im Spätsommer eine Begrünung angelegt werden, gleichzeitig werden vorhandene Unkräuter vernichtet und ein Saatbett bereitet, das sich positiv auf das Wachstum der Folgekulturen auswirkt.

OPTIMER + 7503 equipped with 510 mm large notched discs for an optimal chopping up of crop residues

Für die flache Bodenbearbeitung

bietet KUHN seine OPTIMER-Scheibeneggen und seine PROLANDER-Federzinkengrubber an

Zu den Maschinen für die Stoppelbearbeitung

Strip-Till für eine streifenweise, mechanische Bearbeitung des Bodens

Strip-Till ist ein Verfahren, das die Vorteile der Direktsaat beibehält und gleichzeitig eine sichere Saatgutablage gewährleistet. Bei dieser Technik der Minimalbodenbearbeitung beschränkt sich die Bodenbearbeitung auf die zukünftige Saatreihe, der Bereich zwischen den Reihen bleibt unbearbeitet. Auf diese Weise entsteht ein vergleichbares Saatbett zur konventionellen Bodenbearbeutung, wobei die Ernterückstände auf der Fläche zwischen den Reihen verbleiben. Der Gehalt an organischer Substanz wird gefördert und die Bedeckung des Bodens mit Ernterückständen begrenzt die Erosion. Der Saatstreifen erwärmt sich und beschleunigt das Auflaufen des Saatgutes. Diese Anbautechnik eignet sich besonders gut für Reihenkulturen wie Mais, Sonnenblumen, Soja, Sorghum, Raps oder Zuckerrüben.

STRIGER at work

Für die Streifenbearbeitung

bietet KUHN den 4- bis 12-reihigen STRIGER 100

Entdecke den STRIGER 100

Pfluglose Anbautechniken: Keine Bodenbearbeitung bei der Direktsaat

Die Direktsaat oder Mulchsaat ist dadurch gekennzeichnet, dass der Boden überhaupt nicht mehr bearbeitet wird (kein Wenden, keine Lockerung, keine Saatbettbereitung). Das Saatgut wird direkt in den Boden eingebracht. Die physikalischen Eigenschaften des Bodens, die das Pflanzenwachstum fördern, werden ausschließlich durch klimatische Einflüsse und die biologische Aktivität des Bodens (Wurzeln, Tiere, Regenwürmer, Mikroorganismen) erreicht und durch die dauerhafte Bodenbedeckung erhalten. Die Direktsaat ist sozusagen die Königsdisziplin der konservierenden Landwirtschaft.


Die Direktsaat erfolgt mit einer speziellen Sämaschine in den unbedeckten Boden oder in eine Pflanzendecke.
 

FAQs zur Minimalbodenbearbeitung

  • Die Unkrautbekämpfung ist die größte Herausforderung bei der praktischen Anwendung dieser Techniken. Es muss auf die Einhaltung vielfältiger Fruchtfolgen und die richtige mechanische Eindämmung geachtet werden.

  • Da die Minimalbodenbearbeitung den Arbeitsaufwand reduziert, bietet sie den Landwirten mehr Zeit, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln zu optimieren und effiziente Einsätze mit geringen Aufwandmengen zu fahren.

  • Ein weiterer Vorteil der konservierenden Landwirtschaft ist mehr Pflanzenvielfalt in der Fruchtfolge, die zu einer besseren Unkrautkontrolle beiträgt und das Risiko von Pflanzenkrankheiten verringert. Es gibt keine optimale Fruchtfolge. Bei der Planung der Fruchtfolge müssen die Hauptkulturen und die Abfolge berücksichtigt werden.
    Es ist wichtig, dass die Methoden der minimalen Bodenbearbeitung an die Aussaatzeit, die agroklimatischen Bedingungen und die Sorten angepasst werden.


    Bei der Fruchtfolge sind bestimmte Regeln zu beachten. So sollten beispielsweise verschiedene Leguminosen nicht gleichzeitig ausgesät werden, um eine Überdüngung zu vermeiden. Getreide in selbstfolge sollte in diesem System ebenfalls vermieden werden, um Wiederaustrieb bestimmter Unkräuter zu verringern.


    Der Anbau von Mischkulturen oder die Verwendung von Ackerbegleitkulturen kann aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften bei der Fruchtfolgeplanung von Vorteil sein. Häufige Bodenuntersuchungen helfen bei der Auswahl der am besten geeigneten vereinfachten Anbautechniken und sowie angepasster Fruchtfolgen.

Stoppelbearbeitung ganzjährig durchführen

Die Stoppelbearbeitung ist eine ackerbauliche Maßnahme, die sich nicht mehr auf die Einarbeitung des Strohs nach der Ernte beschränkt und über die Definition hinaus ganzjährig eine Rolle spielt. In de...