
Kartoffeln sind Feldfrüchte, die einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden benötigen. Die Pflanzung von Frühkartoffeln kann bereits im Februar beginnen und bis Mai andauern, sodass von Juni bis Oktober geerntet werden kann. Vor dem Anbau von Kartoffeln können Zwischenfrüchte ausgesät werden, jedoch nicht irgendwelche. Mehrartenmischungen sind sehr gut für Qualität und Ertrag und bieten zudem agronomische Vorteile hinsichtlich der Bodenstruktur und der Freisetzung von organischen Düngestoffen.
Die Vorteile von Zwischenfrüchten in der Fruchtfolge
Es gibt zwei Hauptgründe für den Anbau einer Zwischenfrucht vor Knollenfrüchten wie Kartoffeln. Der erste ist, dass Stickstoff im Boden gebunden wird, der dann wiederverwendet werden kann, wenn die Folgekultur ausgesät wird. Der zweite Grund ist die Verbesserung der Kartoffelqualität und des Ertrags.
Die Wahl einer kostengünstigen Zwischenfrucht beim Kartoffelanbau
Viele Kartoffelfelder werden zunächst mit Senf oder braunem Senf bepflanzt. Da die Samen von Kreuzblütlern sehr klein sind, müssen sie nicht mit Erde bedeckt werden und lassen sich daher sehr leicht aussäen. Oft wird die Breitsaat angewendet. Die Samen sind kostengünstig und lassen sich schnell aussäen, was im Vergleich zur Verwendung einer klassischen Sämaschine von Vorteil ist. Zudem wird die Pflanze leicht durch Frost abgetötet. Brauner Senf hat eine höhere Biomasseproduktionskapazität als herkömmlicher Senf und eine bessere Biofumigationswirkung auf Pilze und Nematoden. Daikon-Rettiche sind ebenfalls eine gute Option: Ihre Wurzeln sitzen tief (15–20 cm), wenn die Samen früh ausgesät werden. Sie sind wasserreich und nicht verholzt, sofern die Sorte gut ausgewählt ist. Da sie nicht verholzen, sind sie weniger anfällig für Krankheiten.

Auswahl von Zwischenfrüchten: Phacelia?
Die Phacelia gehört zur Familie der Hydrophyllaceae. Ihre großen Samen müssen sorgfältig mit einer herkömmlichen Sämaschine ausgesät werden. Die Samen müssen anschließend gut mit Erde bedeckt werden. Die Samen sind zwar teuer, doch die Pflanze hat viele Vorteile. Sie ist jedoch sehr anfällig, insbesondere gegenüber Frost. Ein Zerkleinern ist nicht unbedingt erforderlich, da der Stängel recht spröde ist. Eine Mischung aus Phacelia und Hafer eignet sich gut als Vorfrucht für alle Kartoffelsorten. Bei Phacelia ist jedoch Vorsicht geboten, um eine Infektion mit Sklerotinia zu vermeiden.

Aussaatzeitpunkte und artenreiche Mischungen vor der Folgekultur
In mehreren Versuchen erwiesen sich artenreiche Mischungen als vorteilhafter als Reinsaat. Mischungen sind widerstandsfähiger gegenüber Schwankungen der Boden- und Klimabedingungen. Die Entwicklung verschiedener Pflanzenfamilien hängt vom Stickstoffgehalt im Boden ab. Während Gräser und Kreuzblütler besser gedeihen, wenn ausreichend Stickstoff im Boden vorhanden ist, ist dies für Hülsenfrüchte nicht notwendig. Artenreiche Mischungen sind oft effektive Biomasseproduzenten.
Zudem wird der Stickstoff bei Mischungen schrittweise an den Boden abgegeben, da die verschiedenen Arten unterschiedliche Stickstofffreisetzungsgeschwindigkeiten aufweisen. Neben den klassischen stickstoffbindenden Zwischenfrüchten wie Rettich und Hafer können auch Phacelia und Leguminosen eingearbeitet werden. Die Aussaat ist jedoch komplizierter, da die Samen unterschiedlich groß sind und unterschiedliche Anforderungen erfüllen müssen. Unabhängig von der Wahl gilt: Je früher die Samen ausgesät werden, desto mehr Biomasse wird produziert.
Quellen:
https://lot-et-garonne.chambre-agriculture.fr/fileadmin/user_upload/National/FAL_commun/publications/Nouvelle-Aquitaine/FicheTec_pommeTerreBio_2013.pdf
https://opera-connaissances.chambres-agriculture.fr/doc_num.php?explnum_id=152974
https://www.youtube.com/watch?v=-TX2Ixq76aw
https://bassin-elorn.fr/wp-content/uploads/2017/05/echange_-_conservation_des_sols_-_rotation_avec_pomme_de_terre_cle035844-1.pdf