Die Fruchtfolge: eine Anbaumethode mit vielen Vorteilen 

Bei der Fruchtfolge werden verschiedene Kulturen nacheinander auf derselben Fläche angebaut. Sie kann Teil eines Fruchtfolgesystems sein, das alle Fruchtfolgen auf einem Betrieb oder in einer Region umfasst. Findet kein Fruchtwechsel statt, wird dies als Monokultur bezeichnet (zum Beispiel Mais nach Mais). Es gibt klassische Fruchtfolgen, wie beispielsweise die Zweifelderwirtschaft (Soja-Mais) oder die Dreifelderwirtschaft (Raps-Weizen-Gerste). Komplexere Fruchtfolgen sind insbesondere auf Viehzuchtbetrieben, in der konservierenden Landwirtschaft oder im ökologischen Landbau üblich. 

Was ist Fruchtfolge? 

Bei der Fruchtfolge werden innerhalb eines bestimmten Zeitraums verschiedene Kulturpflanzen abwechselnd auf demselben Feld angebaut. Die Kulturen werden dabei Jahr für Jahr in derselben Abfolge in Zyk...

Optimale Fruchtfolge im Ackerbau - einige Beispiele

Seit dem Mittelalter hat die Landwirtschaft weltweit zahlreiche Möglichkeiten der Fruchtfolge entwickelt, darunter auch die Dreifelderwirtschaft mit Brachejahr. Die Fruchtfolge bietet zahlreiche Vorte...

Zwischenfrüchte: Ziele, Definition und Zweck

Zwischenfrüchte sind Deckfrüchte, die zwischen Hauptkulturen angebaut werden. Sie erfüllen agronomische, wirtschaftliche und gesetzliche Zwecke. Sie können geerntet oder auch nicht geerntet werden. We...

Vorteile einer guten Fruchtfolge

Der Fruchtwechsel bietet zwei wesentliche Vorteile. Bei guter Planung kann er den Entwicklungszyklus von Schädlingen und Unkräutern, die mit bestimmten Kulturpflanzen in Verbindung stehen, unterbrechen. Dadurch ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geringer. Der zweite Vorteil betrifft die Bodenverbesserung. Das Ziel besteht darin, die Bodenfruchtbarkeit zu steigern, Nährstoffe bereitzustellen und die Erträge zu erhöhen. Dies wird erreicht, indem verschiedene Pflanzenfamilien mit sich ergänzenden Nährstoffbedürfnissen und unterschiedlichen Wurzelsystemen angebaut werden. Um die Struktur des Oberbodens und der tieferen Schichten zu verbessern, können Zwischenfrüchte angebaut werden, deren Rückstände anschließend auf dem Feld belassen werden, um organische Substanz zu bilden. 

Vorteile der Fruchtfolge:  

  • Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und -struktur
  • Steigerung der Erträge
  • Verringerung der Bodenerosion
  • Bekämpfung von Unkraut sowie von Schädlingen, die an eine Kulturpflanze angepasst sind
benefits of crop rotation

Nachteile der Fruchtfolge 

Die vielfältigen Möglichkeiten im Rahmen der Fruchtfolge erfordert fundierte Kenntnisse über jede Anbaukultur und die dazugehörige Anbaumethode. Daher ist eine größere Fachkompetenz erforderlich als bei der Monokultur. Zudem sind mehrere landwirtschaftliche Maschinen für verschiedene Einsatzzwecke erforderlich, da Mais beispielsweise nicht auf die gleiche Weise ausgesät wird wie Weizen oder Saatgutmischungen. Die anfängliche Investition kann deshalb durchaus ein Nachteil sein. Dieses Problem lässt sich jedoch beheben, indem Landmaschinen gemeinsam mit Nachbarbetrieben gekauft oder Maschinengemeinschaften gebildet werden.  

Nachteile der Fruchtfolge:  

  • Höhere Anfangsinvestition
  • Mehr Erfahrung notwendig, um die erforderlichen Anbaukenntnisse zu erwerben
  • Nebenkulturen, die möglicherweise weniger rentabel sind
  • Höherer Arbeitsaufwand

Welche Gründe gibt es dafür, dass die Fruchtfolge derzeit eine Renaissance erlebt?  

Die Praxis der Fruchtfolge begann im Mittelalter mit der Zweifelder- und anschließend mit der Dreifelderwirtschaft. Das Ziel bestand darin, den Boden nach jeder Ernte zu regenerieren. Damals gab es noch keine landwirtschaftlichen Techniken oder Düngemittel, die eine ausreichende Ertragssicherheit garantierten. Es wurde empfohlen, zwei oder drei Pflanzenarten abzuwechseln: eine Herbstgetreideart wie Weizen oder Roggen, gefolgt von einer Sommergetreideart wie Gerste oder Hafer und anschließend eine Brache.

Im 19. Jahrhundert wurden Leguminosen in die Fruchtfolge aufgenommen, was zu einem deutlichen Anstieg der Erträge in Europa führte. Kurz darauf trugen auch die Einführung von Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln zu höheren Erträgen bei. Andererseits verschwand die Fruchtfolge in einigen Regionen. Monokultursysteme waren rentabler und einfacher zu bewirtschaften. Zudem förderte die Agrarpolitik der Nachkriegszeit Monokulturen, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen.

In den letzten Jahren erleben Fruchtwechselpraktiken aufgrund der Verschlechterung der meisten Monokulturböden und des Verschwindens bestimmter Pflanzenarten sowie aufgrund einer umweltorientierteren Agrarpolitik wieder eine Renaissance. Sie umfassen nun Winterdeckfrüchte oder Zwischenfrüchte, um den Boden und die Gewässer zu schützen. 

Beispiele für Fruchtfolgen:  

  • zweijährig: Weizen-Soja, Mais-Weizen
  • dreijährig: Raps-Weizen-Gerste
  • vierjährig: Soja-Raps-Weizen-Mais
  • komplex: Mais – Soja – Mais – Soja – Luzerne*4 oder Raps – Winterweizen – Sommergerste – Mais – Winterweizen – Sommererbsen oder Weizen – Triticale – Ackerbohnen – Weizen – Dinkel – Mais
examples of crop rotation for 2,3 and 4 years

Erweiterung der Fruchtfolgen durch die Einführung der Zwischenfrüchte zur Bodenbedeckung

Der Anbau von Zwischenfrüchten zwischen den Hauptkulturen ist Teil der Fruchtfolge und weit verbreitet. Zu den Zwischenfrüchten zählen im Allgemeinen Gräser, Leguminosen oder Kreuzblütler, die entweder einzeln oder als Mischung angebaut werden. Es gibt viele Gründe für den Anbau von Zwischenfrüchten: So können sie beispielsweise dazu dienen, die Nitratauswaschung ins Grundwasser zu verhindern, indem sie in kritischen Zeiträumen das Nitrat aus dem Boden binden. Werden sie in den Boden eingearbeitet, versorgen sie die Folgefrucht mit Stickstoff (Gründüngung). Darüber hinaus können sie eingesetzt werden, um zwischen zwei Kulturen die Struktur und die Fruchtbarkeit des Bodens zu verbessern. Zudem verhindern sie Bodenerosion während der Regenperioden im Herbst. Einige Zwischenfrüchte werden als Zweitfrucht angebaut und dienen in Viehzuchtbetrieben als zusätzliches Futter. Sie können auch in einer Biogasanlage zur Gas- oder Stromerzeugung genutzt werden. 

Eine Darstellung der Vorteile von Deckfrüchten

Zwischenfrüchte dienen folgenden Zwecken:  

  • Vermeidung der Auswaschung von Stickstoff ins Grundwasser
  • Gründüngung für die Folgefrucht
  • Verringerung der Erosion
  • Verbesserung der Bodenstruktur und -fruchtbarkeit
  • Unterbrechung des Kreislaufs von Vor- und der Folgefrucht