
Die Streifenbearbeitung gehört zu den Minimalbodenbearbeitungsverfahren in der Landwirtschaft. Sie wird vor der Aussaat von Mais, Rüben, Sonnenblumen oder Raps angewendet. Dabei wird der Boden nur in der Reihe mit einem Zinken oder einer Scheibe bearbeitet und die Ernterückstände bleiben liegen. Sie bietet bei gleichen Erträgen wie die konventionelle Bodenbearbeitung einige Vorteile: Einsparung von Zeit, Geld und Betriebsmitteln, aber auch Schonung des Bodenlebens und der Bodenstruktur. Hier eine kurze Übersicht der Vorteile der Streifenbearbeitung.
Streifenbearbeitung in Kombination mit Unterfußdüngung
Bei der Streifenbearbeitung ist es möglich, vor der Aussaat eine Düngung mittels Unterfußdüngung im bearbeiteten Streifen durchzuführen. Bei Mais hat z.B. ein Versuch der Landwirtschaftskammern gezeigt, dass die Ablage eines N-P-Starterdüngers im Saatbett beim Strip-Till-Verfahren den Ertrag um +3t TM/Jahr steigert*.
Saatreihe und Strip-Till: geringere Anbaukosten
Zeitersparnis, da bei der Streifensaat nur die Saatreihe bearbeitet wird
Eine Bearbeitung mit einer Strip-Till-Maschine ist je nach Bodenart mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 12 km/h möglich. Die Arbeitsgeschwindigkeit beim tiefgründigen Pflügen liegt bei ca. 8 km/h. Auf lehmigen Böden werden wie bei den konventionellen Verfahren zwei Arbeitsgänge empfohlen. Auf leichten Böden genügt ein Arbeitsgang vor dem Einsatz der Sämaschine zur Saatbettbereitung.
Geringerer Kraftstoffverbrauch
Strip-Till verbraucht 10 bis 13 Liter pro Hektar bei Maschinen mit weniger als 8 Werkzeugen. Bei konventioneller Bearbeitung und einem Pflug kann der Verbrauch leicht auf 30 Liter pro Hektar ansteigen**.
Senkung der Anbaukosten
Verschiedene Studien belegen den Nutzen einer Minimalbodenbearbeitung zur Senkung der Kosten für den Pflanzenbau. Eine Streifenbearbeitung wie Strip-Till senkt die Kosten um 30 % im Vergleich zum Pflügen und um 20 % im Vergleich zu einer Tiefenlockerung bei der Minimalbodenbearbeitung ***.
Vorteile von Strip-Till bei der Aussaat
Erhalt der Bodenstruktur und des Bodenlebens durch Streifenbearbeitung
Das biologische Leben und die Bodenfeuchtigkeit bleiben nach der Aussaat zwischen den unbearbeiteten Reihen erhalten. Mikroorganismen zersetzen die organische Substanz, die durch Zwischenfrüchte und Pflanzenreste auf der Oberfläche eingebracht wird, und sorgen so für die Freisetzung von Nährstoffen. Der Zusammenhalt der Bodenteilchen wird ebenfalls gefördert, indem sie einen Ton-Humus-Komplex bilden, der für die Pflanze-Boden-Interaktionen und die Pflanzenernährung von Vorteil ist.
Gleichmäßiger und schneller Feldaufgang
Durch die Bearbeitung der Saatreihe mit den Zinken oder Scheiben eines Strip-Till-Geräts werden die Voraussetzungen für ein schnelles und gleichmäßiges Auflaufen aller gesäten Kulturen geschaffen. Die Wurzelentwicklung wird durch einen optimalen Kontakt zwischen Samen und Boden (Feinerde) erleichtert. Der bearbeitete Streifen erwärmt sich und sorgt für optimale Keimbedingungen. Bodenfeuchtigkeit erreicht die Wurzeln durch Wasser, das aus den Zwischenreihen in die Streifenfurche sickert.
Begrenzung von Erosion und Verbesserung der Tragfähigkeit
In den unbearbeiteten Zwischenreihen bleibt die Bodenstruktur erhalten und die Pflanzenreste verbleiben an der Oberfläche. Diese Technik verbessert zudem die Tragfähigkeit des Bodens. Bei lehmigen Böden entsteht weniger oder keine Verschlämmungskruste. In Hanglagen wird außerdem die Erosion stark vermindert.
Quellen: