Ein Foto der ESPRO 6000 R - der Universaldrillmaschine von KUHN

Die Direktsaat erfordert einen ganzheitlichen Ansatz des Anbausystems, sowohl in Bezug auf den Betrieb, in den sie integriert wird, als auch in Bezug auf den Boden und die klimatischen Bedingungen. Die Grundprinzipien der Direktsaat sind der Verzicht auf Bodenbearbeitung, eine permanente Vegetationsdecke und die Fruchtfolge. Wenn diese Technik beherrscht wird, bringt sie viele Vorteile und gute Erträge bei gleichzeitiger Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Praktische Hinweise für die Direktsaat.

Ein ganzheitlicher Ansatz für die Begrenzung von Pflanzenkrankheiten und die Unkrautbekämpfung

Der Einstieg in die Direktsaattechnik erfordert ein Umdenken in der Fruchtfolge durch konservierende Bodenbearbeitung. Die Einführung neuer Kulturen wird gefördert, aber auch die Suche nach neuen Absatzmärkten oder Lieferanten. Das Stehenlassen von Zwischenfrüchten oder die Behandlung von Ernterückständen ohne Einarbeitung in den Boden kann eine Reihe von Risiken bergen. Das größte Risiko besteht im Auftreten von Krankheiten. Bei Weizen z.B. stellen Ernterückstände, die mit Fusarien befallen sind, ein Inokulum für das nachfolgende Getreide dar. Eine der wirksamsten Maßnahmen besteht darin, die Fruchtfolge zu verlängern und nach Weizen keinen Mais anzubauen. Unkräuter sind in längeren Fruchtfolgen leichter zu bekämpfen.

Praxistipp: Bei der Direktsaat sollten Sie den Saatzeitpunkt im Herbst vorverlegen, um ein langsameres Wachstum der Pflanzen zu vermeiden. Der Saatzeitpunkt sollte im Frühjahr später erfolgen, damit in wärmere Böden gesät werden kann.

Dynamischer Feldauflauf durch Unterfußdüngung mit einer Drillmaschine

Es wird empfohlen, die Unterfußdüngung mit einem Starterdünger bei der Aussaat so früh wie möglich in den ersten Jahren zu beginnen. Der Feldaufgang ist wichtig, um zu verhindern, dass die Pflanzendecke bei der Direktsaat zu hoch wird. Im Laufe der Zeit ermöglicht die Umstellung auf Direktsaat auch eine Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und des Anteils an organischer Substanz.

Schematische Darstellung der Unterfußdüngung bei der Direktsaat

Auswahl der Zwischenfrüchte für die pfluglose Begrünung des Bodens

Die Direktsaat in den Zwischenfruchtbestand ist eine der Säulen dieser pfluglosen Bodenbearbeitungstechnik. Kriterien für die Auswahl der Zwischenfrüchte sind:

  • Die Abwechslung bei den Pflanzenfamilien.
  • Die Wurzelstrukturen der Pflanzen.
  • Ihre Neigung, Unkräutern und Schädlingen (wie Schnecken) zu widerstehen, sie zu verdrängen, mit ihnen zu konkurrieren oder sie zu unterdrücken.
  • Der optimale Aussaatzeitpunkt und die Art der Zerstörung, insbesondere bei Direktsaatverfahren im ökologischen Landbau. Mulchen, Walzen oder Frostgare bzw. die Beseitigung durch Spezialgeräte als geeignete Mittel, um das Saatbett freizuräumen.
  • Konkurrenz mit der Folgefrucht um Wasser und Stickstoff.

Praxistipp: Den Reihenabstand bei Mais verringern, um den Unkrautdruck bei der Direktsaat zu reduzieren.

 

Verfahren zum Anbau einer Deckfrucht vor der Direktsaat von Weizen nach Raps

Nach der Ernte werden die wenigen Wochen bis zur Weizenaussaat für die Aussaat und Entwicklung einer Zwischenfrucht genutzt. Die Aussaat kann problemlos mit dem Mähdrescher erfolgen. Die Zwischenfrucht wird mit Glyphosat abgetötet. Die Aussaat des Weizens kann dann mit einer Direktsaatmaschine direkt in die Pflanzenrückstände erfolgen.

Praxistipp: Bei der Umstellung auf Direktsaat ist die Saatdichte zu erhöhen, um einer geringeren Keimrate entgegenzuwirken. Stellen Sie den Schneidtisch bei der Ernte hoch genug ein, um die Rückstände gering zu halten: Es ist einfacher, in hohe Stoppeln zu säen.

Quellen:

  • https://osez-agroecologie.org/images/imagesCK/files/syntheses/f451_synthese-technique-semis-direct-sous-couverture-vegetale.pdf
  • https://geco.ecophytopic.fr/concept/-/concept/voir/http%253a%252f%252fwww%252egeco%252eecophytopic%252efr%252fgeco%252fConcept%252fPratiquer_Le_Semis_Direct_Des_Cultures
  • Les techniques culturales simplifiées, Dominique Soltner
  • https://extranet-ain.chambres-agriculture.fr/fileadmin/user_upload/National/FAL_commun/publications/Auvergne-Rhone-Alpes/VAL_SEMIS_le_semis_direct_sous_couverture_vegetale_-_temoignages_et_fiches_techniques_-_Alpes_de_Hautes_Provence_-_projet_CASDAR.pdf