Ein Foto der ESPRO 6000 R - der Universaldrillmaschine von KUHN

In der Landwirtschaft ist die Direktsaat eine Technik, die weltweit auf mehr als 50 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche angewendet wird. Diese Technik ohne Bodenbearbeitung in der konservierenden Landwirtschaft entstand ursprünglich aufgrund von Erosionsproblemen. Der Einsatz von Direktsaatmaschinen und die damit verbundene Anbauplanung bringt viele Vorteile für die Landwirtschaft: Einsparungen bei Material, Arbeit und Treibstoff, aber auch positive Auswirkungen auf den Boden und seine Struktur sowie auf die Tierwelt. Die Gründe für den Erfolg auf einen Blick.

Direktsaat zur Senkung der Kosten für Maschinen, Arbeitskräfte und Kraftstoff

Die Maschinenkosten in einem landwirtschaftlichen Betrieb liegen zwischen 150 und 400 € pro Hektar und Jahr. Bei Direktsaat liegen sie zwischen 150 und 250 €/ha, wobei die Wirtschaftlichkeit mit der Zeit zunimmt. Direktsaat erfordert weniger Material und führt zu einem geringeren Verschleiß der landwirtschaftlichen Geräte. Diese können auch nach ihrer Abschreibung im Betrieb eingesetzt werden. Die Kostenersparnis hängt mit dem geringeren Zugkraftbedarf zusammen. 

Durch die Reduzierung der Bodenbearbeitung sind die Arbeitskosten bis zu 3,75-mal niedriger als beim Pflug und 3-mal niedriger als bei der Minimalbodenbearbeitung. 
Auch das sollte man wissen, bevor man den Schritt wagt: Direktsaat in eine Begrünung verbraucht weniger Kraftstoff. So werden pro Hektar 26 Liter weniger Kraftstoff verbraucht als bei konventioneller Technik mit Pflug und 11 Liter/ha weniger als bei bei der Mulchsaat.

Ein fallender Graph, der für Kostenverringerung durch Minimalbodenbearbeitung steht

Agronomie: Direktsaat wirkt sich vorteilhaft auf den Wasserhaushalt und den Boden aus

Die Oberflächenbedeckung ermöglicht das Eindringen von Wasser. Bei Direktsaat begrenzt sie die Evapotranspiration, den Wasserabfluss und die Nitratauswaschung. Die Erhöhung der organischen Substanz im Bodenprofil erhöht die Wasserspeicherkapazität. Die Wurzelbildung unter der Saatreihe und im gesamten Bodenprofil ermöglicht eine effizientere Wasseraufnahme und -speicherung. 
Die Erhaltung der Pflanzendecke und/oder das Vorhandensein von Ernterückständen auf der Oberfläche vermindern Erosionserscheinungen.
Schließlich ist der Kohlenstoffgehalt an der Bodenoberfläche und in der oberen Bodenschicht (0-15 cm) höher. Die Fruchtbarkeit und die biologische Aktivität des Bodens werden verbessert (Entwicklung von Regenwürmern und Mikroorganismen). Auch die Bodenverdichtung wird verringert.

 

Pflanzenbau mit einer Direktsaatmaschine und Auswirkungen auf den Ertrag und den Einsatz von Betriebsmitteln

Die Produktivitätssteigerung steht in direktem Zusammenhang mit der Reduzierung der Arbeitszeit bei der Direktsaat. Der durchschnittliche Zeitaufwand pro Hektar und Jahr beträgt bei Direktsaat 2 Stunden und 15 Minuten. Bei vereinfachten Aussaatverfahren ist er fast doppelt so hoch. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit geringen Aufwandmengen beträgt der stündliche Aufwand 1 Stunde und 30 Minuten!
Die Umstellung auf Direktsaat in der Landwirtschaft kann in den ersten Jahren zu höheren Betriebskosten führen. Einsparungen sind möglich, wenn auf eine Fruchtfolge mit anspruchsloseren Kulturen geachtet wird und Stickstoff durch Leguminosen in der Fruchtfolge gewonnen wird. Die Unkrautbekämpfung erfolgt mit Produkten wie Glyphosat in Direktsaat. Mit zunehmender Erfahrung können jedoch schnellwachsende und frostempfindliche Pflanzen oder die Zerstörung der Pflanzendecke durch Walzen den Herbizideinsatz reduzieren. Vor allem nach jahrelanger Direktsaat nehmen die Unkrautsamen und die damit verbundenen Unkrautbestände mit der Zeit ab.

 

Quellen:

https://agriculture-de-conservation.com/TCS-et-semis-direct-quelles-sont.html#:~:text=Globalement+et+en+fonction+des,400+euros%2Fha%2Fan.

https://www.perspectives-agricoles.com/sites/default/files/imported_files/390_178500165713742149.pdf

https://agriculture-de-conservation.com/sites/agriculture-de-conservation.com/IMG/pdf/TCS36_semis_direct_economie.pdf