
Die Mulchsaat beim Ausbringen von Getreide kann eine Auswirkung auf den Ertrag haben.
Bodentyp, Vorfrucht, Region, Klima und die betrieblichen Abläufe sind ausschlaggebend
Die Mulchsaat ist im Gegensatz zur Direktsaat "universeller“ und kann in vielen Situationen eingesetzt werden. Jedes Feld muss nach seinen eigenen Merkmalen behandelt werden, wobei die Anbaugeschichte, die Art der Vor- und Zwischenfrucht, die Bodenstruktur, das Klima, die anzubauende Kultur, aber auch die Organisation des Landwirts, seine Ausrüstung und die für die Aussaat zur Verfügung stehende Zeit berücksichtigt werden müssen. Die Mulchsaat erfordert weniger Arbeitskräfte als die traditionelle Aussaat mit dem Pflug und ist nicht so aufwendig.
Die reduzierte Bodenbearbeitung durch Mulchsaat ist für leichte Böden geeignet
Da das Ziel der Bodenbearbeitung darin besteht, ein möglichst feines Saatbett für die Keimung des Saatgutes zu schaffen, ist die Vorbereitung des Bodens für die Mulchsaat auf leichten Böden, auf denen eine flache Bearbeitung ausreicht, einfacher. Auf schweren Lehmböden kann es dagegen sinnvoll sein, den Boden durch Pflügen zu strukturieren, die Frostgare wirken zu lassen und anschließend eine feine Saatbettbereitung, z.B. mit einer Kreiselegge, durchzuführen.
Getreide ist für die Mulchsaat besonders geeignet
Obwohl theoretisch alle Kulturen mit Mulchsaat bestellt werden können, eignen sich Getreide und generell Herbstkulturen am besten für dieses Verfahren. Nach einer Stoppelbearbeitung im Sommer kann die Aussaat bereits im Spätsommer mit einer Sämaschine (bsw. ESPRO-Baureihe von KUHN) in Kombination mit einem Bodenbearbeitungsgerät wie z.B. einem Grubber oder einer Scheibenegge erfolgen. Hinsichtlich der Unkrautunterdrückung ist diese Art der Bodenbearbeitung mit der konventionellen Saat mit Pflug und Bodenbearbeitung vergleichbar. Durch die flache Bearbeitung bleibt die organische Substanz an der Bodenoberfläche und in den oberen Bodenschichten erhalten.
Bei Frühjahrskulturen wird die Mulchsaat seltener angewendet, da sie manchmal schwierig durchzuführen ist. Kulturen wie Mais oder Sonnenblumen benötigen ein feinkrümeliges, gut durchlüftetes und erwärmtes Saatbett, damit die Samen schnell keimen, die Kultur gut aufläuft und die Unkrautkonkurrenz gering ist. Pflanzenreste, Ernterückstände und Rückstände von Zwischenfrüchten können ebenfalls ein Hindernis für eine erfolgreiche Aussaat dieser Kulturen darstellen. Aufgrund der Beschaffenheit des Saatbetts, das bei der Mulchsaat entsteht (gröber als bei der Pflugsaat und anschließender Bearbeitung mit der Kreiselegge), wird diese Technik bei der Aussaat von Rüben, einer Kultur, die ein sehr feines Saatbett erfordert, kaum eingesetzt.
Dennoch wird in Mittel- und Osteuropa, aber auch in Frankreich, die Mulchsaat aus wirtschaftlichen Gründen häufig für den Anbau von Sommerkulturen eingesetzt. Die endgültige Entscheidung liegt immer beim Landwirt, der nach seinen agronomischen und ökologischen Zielen, aber auch nach seinen wirtschaftlichen Zwängen entscheidet, wobei die Wahl der Technik (Direktsaat, Pflug) nicht ausschließlich von seinem Betrieb oder seiner Fruchtfolge abhängt.
Was ist das ideale Keimprofil für die Saat?
- Oberfläche: Nicht zu große Kluten, um eine gute Beständigkeit gegen Verschlämmung durch Niederschläge und Winterfröste zu gewährleisten, ohne das rasche Auflaufen der Keimlinge zu behindern;
- In einer Schicht von einigen Zentimetern (maximal 5-6 cm): eine Mischung aus feiner Erde und kleinen Erdbrocken, um einen guten Kontakt zwischen dem Saatgut und dem Boden zu gewährleisten, der eine ausreichende Wasserversorgung des Saatguts und des jungen Keimlings ermöglicht. Es ist zu beachten, dass gut bedecktes Saatgut auch weniger von Vögeln und vor allem von Schnecken gefressen werden kann;
- Unter dem Saatbett befindet sich eine Erdschicht mit Kluten unterschiedlicher Größe, die ohne Schmierschicht und ohne Vertiefungen verfestigt ist. Sie soll zunächst die Entwässerung des Saatbettes bei starken Niederschlägen ermöglichen und später eine ungehinderte Wurzelentwicklung gewährleisten.
Die Mulchsaat ist bei Frühjahrskulturen manchmal schwieriger durchzuführen