
Er beherbergt mit Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) und Makroorganismen (Regenwürmer, Insekten) ein beachtliches Ökosystem, da die Widerstandfähigkeit und Fruchtbarkeit unterstützt.
Ein Boden ist nur dann lebendig, wenn neben den Mineralien auch Lebewesen und organische Substanz vorhanden sind. Die biologische Aktivität des Bodens spielt eine entscheidende Rolle für seine Struktur und Durchlüftung. Regenwürmer zum Beispiel durchmischen den Boden und verbessern so die Tiefenstruktur. Mikroorganismen recyceln organisches Material und sorgen für den Zusammenhalt der Bodenpartikel. Ein Boden mit guter biologischer Vielfalt ist daher weniger anfällig für Erosion, Verdichtung und Verschlämmung.
Auch die Wasserspeicherung wird verbessert. Die Makrofauna, wie z.B. Regenwürmer, verbessert die Bodenstruktur erheblich. Ihre Gänge fördern die Wasserzirkulation.
Das biologische Leben im Boden ist auch für die Ernährung der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen von entscheidender Bedeutung. Die verschiedenen Organismen bauen organische Substanz ab. Regenwürmer zum Beispiel verzehren Zellulose, Pilze bauen Lignin ab. All diese Prozesse ermöglichen die Mineralisierung der organischen Substanz und damit die Freisetzung von Nährstoffen, die von den Pflanzen aufgenommen werden können. Die Mikroorganismen bilden einen Film um die Wurzeln, die Rhizosphäre. Hier findet der Nährstoffaustausch zwischen Boden und Pflanze statt. Je reicher ein Boden an organischer Substanz ist, desto günstiger ist er für das Pflanzenwachstum.
Die richtigen Anbauverfahren wählen
Die Wahl der Anbaumethoden für die Bewirtschaftung durch den Landwirt, sowohl in Bezug auf die Fruchtfolge als auch auf die Art der Bodenbearbeitung, hat großen Einfluss auf das biologische Leben im Boden.
Kurze Fruchtfolgen mit intensiver Bodenbearbeitung wirken sich negativ auf die biologische Vielfalt und das Bodengleichgewicht aus. Bodenbearbeitungsgeräte neigen dazu, den Boden in aufeinanderfolgende horizontale Schichten zu gliedern, die eine Barriere für eine gute Zirkulation von Wasser und Mineralien sowie für das Wurzelwachstum darstellen.
Der Verzicht auf den Pflug trägt dazu bei, den Gehalt an organischer Substanz in den oberen Bodenschichten zu erhöhen, was die Strukturstabilität verbessert, und die Biodiversität des Bodens fördert. Außerdem wird die Störung des Lebensraums von Mikroorganismen vermieden.
Das Vorhandensein von Bodenbedeckung auf der Ackerfläche, wie Vegetation und Ernterückständen, ist für die biologische Vielfalt ebenfalls von Vorteil, da sie die Nahrungsgrundlage für die Lebewesen sichert und die Feuchtigkeit im Boden hält. Zudem dient sie auch als Erosionsschutz indem sie die gefährdete Bodenoberfläche vor äußeren Einflüssen bewahrt.
Seinen Boden kennen
Für die Wahl des richtigen Anbauverfahrens ist es wichtig, die Eigenschaften des Bodens zu kennen. Eine Bodenanalyse gibt Auskunft über physikalische und chemische Parameter sowie über den Gehalt an organischer Substanz.
Als organische Substanz werden die Bestandteile des Bodens bezeichnet, die belebten, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind.
Sie ist reich an Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Sie enthält fünf wichtige Makroelemente (S, P, K, Ca und Mg) und etwa zwanzig Spurenelemente (Cu, Fe, Zn, Co, Mo usw.), die in geringen Konzentrationen (weniger als 0,1 % der Trockensubstanz) vorkommen.Die Analyse des Gehalts an organischer Substanz und die Berechnung des C/N-Verhältnisses bewerten die Fähigkeit der organischen Substanz, sich mehr oder weniger schnell zu zersetzen, um assimiliert werden zu können.
Einen Hinweis auf das biologische Leben im Boden gibt der Unterhosentest. Vergraben Sie eine Baumwollunterhose zwei bis drei Monate lang 15 cm tief im Boden. Der Zersetzungsgrad ist ein Indikator für die biologische Aktivität und die Effizienz des Abbaus organischer Stoffe. Es kann lohnend sein zu vergleichen wie der Abbau auf Ackerflächen erfolgt, die unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen unterliegen.
Ein gesunder Boden hat:
· eine gleichmäßige Porosität,
· einen hohen Gehalt an organischer Substanz,
· einen hohen Kohlenstoffgehalt,
· ein intensives biologisches Leben,
· eine gute Struktur (keine Verdichtungen, keine Pflugsohle).
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